Wir bleiben beim Abend. Das bekannteste Werk von Johannes Brahms (1833–1897) dürfte das Wiegenlied mit dem Textanfang „Guten Abend, gut’ Nacht“ sein. Brahms hat dieses Lied 1868 anlässlich der Geburt des zweiten Sohnes für eine Choristin geschrieben, mit der er freundschaftlich verbunden war. Der Text stammt aus der bekannten Gedichtsammlung Des Knaben Wunderhorn der romantischen Dichter Achim von Arnim und Clemens Brentano und geht auf mittelalterliche Quellen zurück: Die Rosen sollen ein Dach für das Kind bilden, die Näglein sind Gewürznelken, mit deren Duft man früher Insekten von Schlafenden fernhielt. Die zweite Strophe stammt von Georg Scherer und wurde erst später hinzugefügt. Das Wiegenlied wurde am 22. Dezember 1869 uraufgeführt, seither wird es für seine „meisterhafte Verbindung von Kunst- und Volkslied“ gerühmt. Ein Biograph von Brahms nannte es „das schönste aller Wiegenlieder“. Heute vor 125 Jahren ist Johannes Brahms im Alter von 63 Jahren an Krebs gestorben.
Wir hören es auf der heutigen Klassikliste in der Fassung der großartigen schwedischen Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter (geb. 1955), es begleitet der Pianist Bengt Forsberg.
Einen solchen „Schlager“ gibt es natürlich in unzähligen Bearbeitungen – auch für 12 Schäferhunde und Klavier, wie mein Klavierlehrer einmal sagte. Für die Ergänzungsliste habe ich vier davon herausgesucht: für Violine, für Cello, Jazzband und Hornquartett. Welche ist die schönste?
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Unser Sohn hat in der zurückliegenden Woche viel für die Internationale Meistersinger-Akademie in Neumarkt gearbeitet. Hier nehmen Nachwuchs-Opernsänger sog. Meisterkurse bei renommierten Dozenten, diesmal war z. B. die schwedische Star-Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter da. Mehrere Sängerinnen haben unter anderem die sehr bekannte Arie Voi che sapete aus der Oper Die Hochzeit des Figaro von Wolfgang Amadé Mozart einstudiert, beispielsweise Valerie Eickhoff:
https://www.youtube.com/watch?v=sUcT-QUlLLE&t=523s
Auf der Klassikliste hören wir heute die wunderbare und vielfach ausgezeichnete niederländische Sängerin Elly Ameling (geb. 1933), die diese Arie unvergleichlich schön singt. Es begleitet das English Chamber Orchestra unter Leitung von Edo de Waart. Auf der Ergänzungsliste gibt es dieselbe Arie, diesmal von der Dozentin Anne Sofie von Otter (geb. 1955) selbst gesungen. Die Rolle des Cherubino im Figaro wird übrigens dem Stimmfach lyrischer Mezzosopran zugschrieben, der über eine warm timbrierte Stimme mit einer reichen Mittellage und einer sicheren, farbigen Höhe verfügen muss.
