Heute vor 280 Jahren wurde im italienischen Lucca als 4. Kind einer Musikerfamilie Luigi Boccherini (1743–1805) geboren. Während seine Geschwister allesamt als Tänzer und Tänzerinnen arbeiteten, wurde Luigi wie sein Vater Cellist. Schon als Jugendlicher unternahm er mehrere Konzertreisen nach Wien. Als 24-Jähriger ging er nach Paris, wo seine ersten Werke gedruckt und dadurch in Europa bekannt wurden. 1768 zog es ihn nach Madrid, wo er eine Sängerin heiratete. Zwei Jahre später schon trat er als Kammerkomponist in die Dienste des Infanten Don Luís (1727–1785) ein, des jüngsten Bruders des spanischen Königs Carlos III. 1785 starben Boccherinis Frau und sein Dienstherr, er blieb aber in Spanien und komponierte als compositeur de notre chambre für den preußischen König Friedrich Wilhelm II., der selbst ein leidenschaftlicher Cellist war, und erhielt dafür ein Jahresgehalt von 1000 Talern. Als dieser 1797 starb, verarmte Boccherini und starb 1805 an Tuberkulose.
Im Zentrum von Boccherinis Werk stehen die Streichinstrumente: So komponierte er unter anderem 42 Streichtrios, 91 Streichquartette und 110 Streichquintette und für seine eigene Konzerttätigkeit 40 Cellosonaten und zwölf Cellokonzerte. Boccherini ist der bedeutendste italienische Komponist der Frühklassik und zusammen mit Joseph Haydn Wegbereiter des klassischen Stils.
Hören wir auf der heutigen Klassikliste Boccherinis bekanntestes Stück: das Minuetto aus dem Streichquintett E-Dur op. 11 Nr. 5 G. 275 mit seinem berühmten Thema. Es spielen die Smithsonian Chamber Players aus Washington. Auf der Ergänzungsliste gibt es das gesamte Streichquintett.

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