Im März 1848 geriet nach einem Hunger­winter in Öster­reich auch das Kaiser­haus unter Druck. Am 13. März gab es in Wien einen Auf­stand, am Abend trat der ver­hasste Staats­kanzler Metter­nich zurück. Am 14. März hob Kaiser Ferdi­nand I. die Zen­sur auf und ge­währte Presse­freiheit. Am 17. Mai musste der Kaiser nach neuer­lichen Un­ruhen sogar nach Inns­bruck fliehen. Anderer­seits hatte am 25. Juli 1848 Feld­marschall Josef Wenzel Radetzky von Radetz einen über­zeugenden Sieg über die piemon­tesischen Truppen errungen, schließ­lich am 6. August die Lom­bar­dei für Öster­reich zurück­­gewonnen und damit die Monarchie ge­stärkt. Am 31. August gab es ein Sieges­fest „zu Ehren der tapferen Armee in Italien und zur Unter­stützung der ver­wundeten Krieger“, bei dem der Radetzky-Marsch op. 288 ur­auf­geführt wurde. Der Kom­ponist Johann Strauss Vater (1804–1849) stand auf der Seite des Kaiser­hauses und hat den Marsch „zu Ehren des großen Feld­herren … und der k.k. Armee gewidmet“ (Wikipedia). Der Radetzky-Marsch hat also einen hoch­poli­ti­schen Hinter­grund.
Johann Strauss Vater wurde heute vor 217 Jahren in einem Vor­ort von Wien als Sohn eines Gast­wirts geboren. Von Kindes­beinen hat er in einem Schank­terzett im Wirts­haus musi­ziert. Er erhielt Geigen­­unter­richt, wurde Kapell­meister und gründete das erste Reise­orchseter der Welt, mit dem er mehr­­monatige Konzert­reisen unter­nahm. Strauss starb mit 45 Jahren an Schar­lach.
Auf der Klassik­liste hören wir die Militär­musik Steier­mark, die den Radetzky-Marsch als Militär­marsch spielt und nicht als heiteren Konzert­marsch, wie wir ihn von Neu­jahrs­konzerten kennen.

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